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SWR · Transmedia, Alternate Reality Game · 2013

Die Legende John Air

Ein Storyuniversum, drei Entrypoints — Spielfilm, Doku und Transmedia. In einer Koproduktion mit der Filmakademie Baden-Württemberg und dem deutschen Fernsehsender SWR.

Transmediales Storytelling

Ein Mythos auf drei Kanälen

Die Grundidee des Projekts „John Air" orientiert sich an dem gemeinsamen Bedürfnis der Projektbeteiligten, die Legende von John Air über unterschiedliche Zugänge auf verschiedenen (medialen wie realen) Pfaden zu erzählen — verbunden mit dem Versuch, dabei die Grenzen zwischen dem Raum der Erzählung (Filmset, Bühne, öffentlicher Raum, Dokumentation) und dem Publikum immer wieder auf immersive Weise aufzubrechen.

John Air ist die Personifizierung eines Lebensgefühls einer ganzen Generation — ein Symbol, unpolitisch, wütend. Ein Selbstdarsteller, ein Egozentriker mit einer vermeintlichen Vision. John ist impulsiv, kreativ und übertreibend. Er buhlt um Anerkennung, kann diese aber nicht erwidern. John ist sprunghaft, ständig auf der Flucht — nicht zuletzt auch vor sich selbst. John Air ist nicht zu greifen. Oder, wie er selbst sagt: „John is in the Air!"

John Air ist eine transmediale Erzählung auf drei Ebenen: eine Mockumentary über eine fiktive Person, ein Symbol, eine Bewegung; die Inszenierung der Person und seiner Bewegung im realen und virtuellen Raum; und eine Dokumentation über das gesamte Projekt.

Mockumentary

John wird dokumentarisch auf seinem Weg begleitet — vom unbekannten Neuankömmling auf der Suche nach Anerkennung in der Stuttgarter Partyszene. Hier steht John als Privatperson im Vordergrund.

Transmedia / Alternate Reality Game

Eine Kombination aus sozialem Experiment, Events und Propaganda mit Anleihen von Alternate Reality Games — sie verortet John Air und seine Ikonographie im Stuttgarter Nachtleben und im virtuellen Raum, schafft Aufmerksamkeit und eine aktive Community.

Dokumentation

Das Geheimnis um John Air wird gelüftet: Der komplette Entstehungsprozess mit allen Strategien und Ergebnissen, die Erfolg und Problematik des Experiments widerspiegeln.

John Air
Das Alternate Reality Game

Sechs Monate Stuttgarter Nachtleben

Die Idee zum szenischen Film wurde von Jan Galli und Dennis Scherr entwickelt. Dennis Scherr führte gleichzeitig Regie, während Chris McKissick für eine gute Kamera sorgte. Produziert wurde der szenische Film von Alexander Pietzsch und Charles Breitkreuz. Dokumentarisch wurde der Film von Amon Barth begleitet und von Phillip Töpfer produziert. Das interaktive Konzept entwickelte Sebastian Uhlig, produziert mit der Unterstützung von Jonas Kirchner. Franziska Remmele übernahm die Gesamtkoordination aller Departments.

Unsere Aufgabe im Projekt „John Air" war die transmediale Umsetzung, sprich: den Mythos „John Air" im Stuttgarter Nachtleben zu verankern. Über einen Zeitraum von sechs Monaten inszenierten wir im Jahr 2012 im Stuttgarter Raum mehrere dramaturgisch aufeinander aufgebaute Events, die die Person John Air, seine Bewegung und die Ikonografie der schwarzen und weißen Schafe in die Öffentlichkeit trugen — Aktionen in Lokalen und Bars, Flashmob-Events im öffentlichen Raum wie der Audio-Assault mit einer mobilen Diskothek, das John-Air-Abendmahl oder die Verwandlung des Stuttgarter Rathaus-Platzes in eine grüne Knicklichter-Weide.

Parallel zu diesen Events wurden die öffentliche Facebook-Gruppe „White Sheep Stuttgart" und die geheime Facebook-Gruppe „Black Sheep Stuttgart" eröffnet — als Kommunikations- und Austauschplattform der Bewegung. All diese Events im öffentlichen und virtuellen Raum endeten mit der finalen, einzigartigen und grandiosen Party mit dem Namen „MÄHxplosion" in einem alten Theater in Stuttgart mit vielen kleinen Shows.